Viele Gründe "Qualität durch Methodenvielfalt" zu wählen! - QdM, die Fraktion Psychologischer PsychotherapeutInnen und Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen in der Psychotherapeutenkammer NRW

Wahl zur Kammerversammlung der Psychotherapeutenkammer NRW für die Wahlperiode 2009-2014

QdM steht für die Vielfalt der psychotherapeutischen Verfahren und Methoden. Wir setzen uns für die Anerkennung aller wissenschaftlich fundierten und in der Praxis erprobten Ansätze ein. Wir vertreten die Auffassung, dass die wissenschaftliche Anerkennung von psychotherapeutischen Verfahren auf ihrer Verbreitung in der Praxis, Fachliteratur und im wissenschaftlichen Diskurs beruhen muss.

Methodenvielfalt - nicht Richtlinienvielfalt entspricht den Erfordernissen der Praxis!

QdM setzt sich für den Ausbau psychotherapeutischer Tätigkeiten in den Institutionen der klinischen Versorgung, der Jugend- und Behindertenhilfe, den Beratungsstellen, im Straf- und MaƟregelvollzug und in den Bereichen der Prävention und Rehabilitation ein. Es darf keinen falschen Wettbewerb zwischen Psychotherapie in Niederlassung und in Institutionen geben, nur gemeinsam (integriert) werden wir die unterschiedlichen Aufgaben meistern. Zur bedarfsgerechten Versorgung ist eine Vernetzung von Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie nötig.

Die institutionelle Praxis braucht die Vielfalt der Methoden - Methodenvielfalt kann nur in der institutionellen Praxis entwickelt werden!

QdM setzt sich für die Gleichstellung von PP und KJP mit FachärztInnen bzw. ärztlichen PsychotherapeutInnen und eine angemessene Bezahlung für PP und KJP ein.

QdM setzt sich in der Psychotherapeutenkammer für eine kostengünstige, klar strukturierte und effiziente Arbeit aller Gremien, Organe und der Geschäftsstelle der Psychotherapeutenkammer NRW ein.

QdM vertritt sowohl die Interessen der Psychologischen PsychotherapeutInnen als auch der Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen.

QdM steht für ein möglichst umfassendes Miteinander der PP und KJP in NRW.

Unser Wahlprogramm 2009 steht zum Download zur Verfügung.

Für die einzelnen Wahlkreise gibt es Informationen zu unseren Kandidatinnen und Kandidaten, die ebenfalls zum Download zur Verfügung stehen.

Die öffentliche Wahlbekanntgabe des Vorstands der Psychotherapeutenkammer NRW finden Sie unter Bekantgabe des Vorstandes

Bedauerlicherweise kann unsere KJP-Liste im Wahlkreis Düsseldorf auf Grund von zu kurzfristig bemerkten formalen Fehlern an der Wahl nicht teilnehmen.

Im Wahlkreis Detmold verzichten wir auf eine eigene Kandidatur und unterstützen die Kandidatinnen und Kandidaten der Liste Psychotherapeuten-OWL.

QdM-Website methodenvielfalt-nrw.de

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Austrittserklärung Prof. H.-J. Schwartz vom 12.9.2006

Deutsche PsychotherapeutenVereinigung
Herrn Dipl.-Psych. J. Weidhaas
Am Karlsbad 15
10785 Berlin

Sehr geehrter Herr Weidhaas,

ich schreibe an Sie als Vorsitzenden der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung; mir ist bewusst, dass dieser Verband zur Zeit noch von einer "Doppelspitze" geführt wird, aber da Herr Nadolny als DPTV-Partner mir nicht mit einem eigenen Beitrag als politisch gestaltend erkennbar geworden ist, wende ich mich direkt und ausschließlich an Sie. Herr Nadolny und die übrigen Vorstandsmitglieder erhalten eine Kopie dieses Schreibens.

Der vorletzte Anstoß zu diesem Schreiben liegt schon etwas zurück: Auf die "Bonner Erklärung" eines Symposiums "Das Unbehagen in der (Psychotherapie-)Kultur" war eine Stellungnahme der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung zu dieser Erklärung zu lesen, die nach meiner Einschätzung eine berufspolitische und intellektuelle Bankrotterklärung der Autoren aus der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung war – ich weiß nicht, ob Sie sie (mit-) geschrieben haben, aber Sie haben sie mit zu vertreten. Dazu unten etwas mehr.

Ich habe das Zusammengehen des DPTV, dem ich seit langem angehörte, mit der Vereinigung nicht unbedingt mit Begeisterung verfolgt, weil klar war, dass der neue Verband nicht mehr der sein würde, von dem ich mich weitgehend repräsentiert fühlte und der viele der Ziele verfolgte, mit denen ich mich identifizieren konnte. Ich konnte mich dann aber doch Argumenten nicht verschließen, die auf die größere Schlagkraft eines größeren Verbandes Psychologischer Psychotherapeuten hinwiesen. Ich hatte allerdings – obwohl skeptisch - nicht erwartet, dass ein erheblicher Teil der Energie dieses Verbandes sich nach innen, gegen eine beachtlich große Gruppe Psychologischer Psychotherapeuten richten sollte und damit gegen vieles, für das der DTPV mit seiner Politik stand: Vertretung aller Psychologischen Psychotherapeuten, Vielfalt der Ansätze und Orientierungen, Offenheit für Weiterentwicklungen und neue Perspektiven – und dennoch, oder gerade deswegen, war es dem DPTV gelungen, in der politischen Diskussion erhebliches Gewicht zu gewinnen: Schaffung und Umsetzung des PsychThG wären m.E. ohne diese bedeutsame Rolle des DPTV nicht in gleicher Weise möglich gewesen.

Von einem renommierten Vertreter des DPTV habe ich gelernt, dass Berufsverbände ihre besondere Bedeutung und auch Rechtfertigung nach Verabschiedung des PsychThG dadurch erhielten, dass sie – anders als KBV-Gremien und Kammern mit ihrer öffentlichrechtlichen Funktion – uneingeschränkt die Interessen unserer Berufsgruppen vertreten könnten und auch müssten; was ich jetzt wahrnehmen kann, ist, dass der neue Großverband sich – soweit bisher erkennbar – als angepasster Mitspieler im System versteht, der Reibungen mit den Interessen und Positionen der anderen Mitspieler im Gesundheitssystem (Krankenkassen, KBV) möglichst zu vermeiden trachtet, und eben nicht als Vertreter der Interessen unserer Berufsgruppe in ihrer ganzen Breite. Und dazu gehört dann offenbar auch, dass andere – störende – Positionen ausgegrenzt und bekämpft werden.

Ich bin nicht blauäugig: Natürlich kommt man in der Berufspolitik nicht um – zum Teil auch schmerzhaftes – Akzeptieren von Grenzen unserer Einflussmöglichkeiten umhin; aber ich habe die Erwartung, dass diese Grenzen nicht in vorauseilendem Gehorsam vorweggenommen und sogar verteidigt werden, dass nicht unsere Vertreter an ihrem Ausbau mitwirken, als seien es unsere Positionen, die bedroht seien. Das aber ist genau das, was ich als Politik des neuen Großverbandes, und dabei besonders auch als Ihren persönlichen Beitrag zu dieser Politik, zur Kenntnis zu nehmen habe:

  • Sie wirken nach meiner Wahrnehmung seit Jahren mit an dem Bemühen um Ausgrenzung eines seit Jahrzehnten unbestritten als wissenschaftlich anerkannt ausgewiesenen Verfahrens, der Gesprächspsychotherapie.
  • Sie wirkten - ohne dass Hemmungen irgendwelcher Art zu erkennen waren - daran mit, dass die Regeln der Anerkennung eines neuen Richtlinienverfahrens im laufenden Gesprächspschotherapie-Anerkennungsverfahren wiederholt geändert werden mit dem Ziel, diese neuen Richtlinien dann bereits auf die GT anzuwenden.
  • Sie haben sich dabei nicht gescheut, nachgewiesenermaßen falsche Behauptungen auch nach deren Richtigstellung zu wiederholen.

Die von Ihnen verfolgten Ziele und die dabei eingesetzten Methoden erinnern fatal an eine unrühmliche Vergangenheit der Vereinigung, in der mit ähnlich großem Aufwand, wie heute von Ihnen in Hinblick auf die Gesprächspsychotherapie betrieben, und ebenfalls mit aktiver Beteiligung von Ihrer Seite versucht wurde, die Integration der so genannten "Erstattungspsychotherapeuten" in das System der GKV zu verhindern – ein Versuch, der damals nicht zuletzt wegen des Einsatzes des DPTV gescheitert ist.

Die von Ihnen zu vertretende Stellungnahme zur "Bonner Erklärung" passt nahtlos in diese auch von – um es vorsichtig auszudrücken - Unredlichkeit geprägte Politik: Ich hatte beim Lesen dieser offenbar mehr affekt- als intellektgesteuerten Stellungnahme festzustellen, dass die Inhalte der "Bonner Erklärung" verfälscht und zum Teil in ihr Gegenteil verkehrt worden waren: Wer glaubt, dass das Leben und auch das Psychotherapieren komplizierter ist als sich in wenigen Kategorien und linearen Zusammenhängen fassen lässt, muss nach dieser – um es erneut vorsichtig auszudrücken – schlichten Denkweise der Autoren der Stellungnahme zur "Bonner Erklärung" ein Feind der Wissenschaft sein. Damit diskreditieren Sie nicht nur einen beachtlichen Teil der Mitglieder Ihres Verbandes, sondern setzen sich ab von all den Wissenschaftlern, die Denken immer noch für ein wesentliches Konstituens von Wissenschaftlichkeit halten.

Der vorletzte Anstoß zu diesem Schreiben: Zusammen mit dem 2. Mitgliederbrief 2006 versendet die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung eine Information zur änderung der Psychotherapierichtlinien. Abgesehen davon, dass diese Veröffentlichung über die Richtlinienänderung als Faktum – wie wir jetzt wissen – ziemlich voreilig erfolgte, weil das Faktum nun doch keines ist, wird aus dem Text deutlich, dass zwischen dem Gemeinsamen Bundesausschuss und der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung ganz offensichtlich eine Art Verschmelzung stattgefunden hat: Der änderungsentwurf wird nicht reflektiert und diskutiert, sondern gerechtfertigt. Wir wissen als Psychotherapeuten, welche pathologische Bedeutung Verschmelzung hat, und das scheint mir auch hier zu gelten: Wenn ein Berufsverband keine kritische Distanz mehr zu seinem Gegenüber hat, einem Gegenüber, das natürlich andere Interessen als der Berufsverband zu vertreten hat, dann hat der Berufsverband den wesentlichen Teil seiner Existenzberechtigung verloren.

Es ist bezeichnend und spricht für die Angemessenheit meiner Sichtweise, dass sich das Bundesgesundheitsministerium veranlasst gesehen hat, die vom G-BA beschlossene Richtlinienänderung zu beanstanden. Dass sich der G-BA vorhalten lassen muss, die Interessen der Psychologischen Psychotherapeuten nicht hinreichend berücksichtigt zu haben, ist meines Erachtens nicht besonders verwunderlich – dass sich aber die mit dem
G-BA in dieser Frage untrennbar verbundene Deutschen PsychotherapeutenVereinigung vom BMG sagen lassen muss, die selbst aus Sicht des BMG angemessene Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer selbstherrlich, aus nicht nachvollziehbaren Gründen missachtet zu haben, also an der zentralen Vertretung unserer Berufsgruppen vorbei agiert zu haben, ist eine schallende Ohrfeige für die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung und insbesondere für Sie, der diese Politik ja seit langer Zeit verkörpert.

Aus dem Schreiben des BMG, in dem der Beschluss des G-BA zur Richtlinienänderung beanstandet wird, stammt auch mein letzter Anlass für dieses Schreiben:

Sie hatten immer wieder betont (und damit auch die Geschwindigkeit der Richtlinienänderung begründet), dass diese änderung aus rechtlichen Gründen notwendig sei, um die Überprüfung weiterer Verfahren – also auch der GT - auf rechtlich sicherer Basis vornehmen zu können. Nun erfahren wir nicht nur, dass Sie mit dem G-BA aus Sicht des BMG über das Ziel hinausgeschossen sind, sondern wir erfahren auch, dass Ihre zentrale Argumentation zugunsten einer schnellen Richtlinienänderung unhaltbar geworden ist: Wenn das BMG die Erwartung ausspricht, dass die Überprüfung der GT auf der Basis der bisher geltenden Richtlinien erfolgt, heißt das eben auch, dass die mit großer Vehemenz und Geschwindigkeit betriebene änderung aus rechtlicher Sicht nicht notwendig war.

Ich habe bisher nicht gehört, dass Sie die "Ohrfeige" des BMG als Anlass genommen hätten, von der Spitze des Verbandes zurückzutreten oder gar Ihre Funktion im G-BA niederzulegen, obwohl das nach meiner Überzeugung und nach meinem Werteverständnis die angemessenen Reaktionen wären – aber ich habe natürlich auch zur Kenntnis zunehmen (siehe oben), dass unsere Vorstellungen von Anstand und Redlichkeit in der Berufspolitik weit auseinander liegen. Aus all dem geht jedenfalls für mich eindeutig hervor, dass ich nicht das richtige Mitglied für diesen Verband bin, vor allem aber, dass dieser Verband nicht der richtige für mich ist.

Ich hatte auch nach der unsäglichen Stellungnahme zur Bonner Erklärung meinen Austritt immer wieder verschoben, weil es viele Kolleginnen und Kollegen in unserem Bundesland gibt, die ebenfalls Mitglieder der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung sind, deren Positionen und deren Einsatz ich sehr schätze und denen ich mit einem Austritt nicht in den Rücken fallen wollte; einige Kollegen hatten mir zudem auch Hoffnung gemacht, dass sich an der Politik des Verbandes vielleicht doch in absehbarer Zeit etwas ändern könnte. Die skizzierte Entwicklung der letzten Monate macht mir deutlich, dass solche Hoffnungen immer mehr den Charakter von Illusionen erhalten haben; ich erkläre daher mit diesem Schreiben meinen Austritt aus der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung zum Jahresende 2006; die Einzugsermächtigung für den Mitgliedsbeitrag erlischt ebenfalls zu diesem Termin.

Mit freundlichem Gruß,

Prof. Dr. H.-J. Schwartz
Braunschweig, den 12.09.06

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Bonner Erklärung

Die Teilnehmer des Symposiums "Das Unbehagen in der (Psychotherapie) Kultur"
am 17.-18. März 2006 in Bonn-Röttgen beschließen folgende Bonner Erklärung:

Wir beobachten mit großer Sorge in der Psychotherapie eine Verengung des Denkens auf Ansätze, die eine "evidenzbasierte Einheitspsychotherapie" favorisieren. Sinnverstehende, einem humanistischen Menschenbild verpflichtete psychotherapeutische Traditionen haben in dieser Konzeption keinen Platz: Sie sollen inhaltlich, politisch und ökonomisch verdrängt und ausgegrenzt werden.

Psychotherapeutische Verfahren sind nach unserem Verständnis nicht eine Sammlung von Behandlungstechniken, sondern ein System von anthropologischen Grundannahmen, Persönlichkeits- und Störungstheorien, Behandlungs- und Techniktheorien und darauf beruhender Behandlungspraxis. Das schließt wissenschaftlich begründete Weiterentwicklung und den Austausch zwischen verschiedenen psychotherapeutischen Traditionen ausdrücklich ein.

Wir wenden uns deshalb gegen die Zergliederung von Psychotherapieverfahren in Verfahren, Methoden und Techniken und gegen die ausschließende, diagnosebezogene Zuordnung von Psychotherapieverfahren.

Der Reduzierung der Patienten auf Symptome liegt ein Psychotherapieverständnis zugrunde, das mit dem Selbstverständnis der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und dem geltenden Psychotherapeutenrecht nicht zu vereinbaren ist. Für die ganzheitliche Sicht des Menschen, für eine ver-lässliche psychotherapeutische Beziehung und für die Entwicklungsmöglichkeiten der Pati-enten bliebe kein Raum. Psychotherapeuten behandeln nicht Symptome, sondern Menschen, die an Symptomen leiden!

Eine Beschränkung von Psychotherapieverfahren auf bestimmte Symptombereiche und eine Zersplitterung der Psychotherapie in Teilbereiche ist auch aus der Psychotherapieforschung nicht abzuleiten.

Die Vielzahl der Lebensentwürfe und die vielfältigen Zugänge zum Verständnis menschlicher Existenz, die sich in unserer pluralen Wertekultur entfalten, finden ihre notwendige Entsprechung in den unterschiedlichen psychotherapeutischen Grundrichtungen.

Den neuen Absichten des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mit Eingriff in das Berufsrecht und das Selbstverständnis der überwiegenden Zahl der Psychotherapeuten setzen wir unseren Widerstand entgegen – im Interesse der Patienten, denen wir verpflichtet sind und im Interesse der Qualität der psychotherapeutischen Versorgung.

Wir lehnen die Anerkennung und die Zulassung von psychotherapeutischen Verfahren ausschließlich auf der Grundlage von Wirksamkeitsmessungen an bestimmten ICD-10-Diagnosen ab. Das Vorgehen steht im Widerspruch zum Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse, es erfasst nur einen Bruchteil der Faktoren, die eine erfolgreiche Psychotherapie ermöglichen.

Wir wenden uns deshalb nachdrücklich gegen die vom Gemeinsamen Bundesausschuss derzeit angestrebte Form der Neufassung der Psychotherapierichtlinien.

Ansprechpartner für die Medien:

Dipl. Psych. Uta Meiß
Psychologische Psychotherapeutin
Schützenstraße 67
57072 Siegen

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Psychotherapiepatienten gelten als chronisch Kranke

Laut dem Infoschreiben der KV Berlin gelten Psychotherapiepatienten auch als Chroniker, müssen also nur 1 % ihres Jahreseinkommens für Zuzahlungen aufwenden. In der vom gemeinsamen Bundesausschuss verabschiedeten Regelung wird ausgeführt: "Die Krankheit muss kontinuierlich medizinisch versorgt werden (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln). Nach ärztlicher Einschätzung ist ohne diese Therapie eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität aufgrund der verursachten Gesundheitsstörung zu erwarten (Richtlinie § 2, Abs. 2, Buchstabe C)." Eine telefonische Rückfrage bei der KV ergab:

  • Die Behandlung muss über mindestens 1 Jahr nachgewiesen werden.
  • Der Patient holt sich die betreffende Bescheinigung (Muster 55) von seiner Kasse.
  • Ein Arzt, kein PP oder KJP, stellt sie aus.
  • Der Patient reicht sie bei seiner Kasse ein.

Diese entscheidet über den Status als Chroniker und erstellt dem Patienten einen entsprechenden Bescheid. (ur)

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Wichtige Information für PsychotherapeutInnen mit Patienten, die Kostenerstattung gewählt haben und für KollegInnen, die im Beauftragungsverfahren arbeiten

Bundessozialgericht bestätigt Unzulässigkeit des 20-prozentigen Abschlages bei Institutsvergütungen

Der 6. Senat des Bundessozialgerichts hat soeben den 20-prozentigen Vergütungsabschlag für Forschung und Lehre, den die KVen bei den Instituten bundesweit vorgenommen haben, in letzter Instanz für unzulässig erklärt. Die mündliche Urteilsbegründung des Vorsitzenden entsprach unserem Vortrag. Danach ist die Abschlagsregelung weder nach Wortlaut noch nach Sinn und Zweck des § 120 Abs. 3 S. 2 SGB V auf nicht aus Steuermitteln geförderte Ausbildungsinstitute in privater Trägerschaft anwendbar.

Damit werden die betroffenen Institute erhebliche Nachvergütungen erwarten dürfen, auch wenn die KVen die Auszahlung formell wohl vom Vorliegen der schriftlichen Urteilsgründe abhängig machen werden.

RA Holger Schildt (10.12.2003)

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